Bundestagsabgeordnete Mannes wendet sich an Bundesgesellschaft für Endlagerung wegen falscher Einstufung des Landkreises Darmstadt-Dieburg

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat am Montag einen ersten Teilbericht zur Standortsuche nach einer geeigneten Endlagerstätte für Atommüll in Deutschland vorgestellt.

Danach sind nach dem bisherigen Untersuchungsstand 90 Gebiete als Atomendlager geeignet, darunter Teile des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Durch weitere Untersuchungen wird sich diese Zahl noch deutlich reduzieren.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Mannes hat in einem Brief an die Bundesgesellschaft für Endlagerung dieser Einschätzung widersprochen und um eine Neubewertung gebeten. Sie begründete ihre Einschätzung mit der starken seismischen Aktivität in diesem Gebiet und berief sich auch auf die Einschätzung des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), das die Region östlich von Darmstadt nicht nur als das mit Abstand aktivste Erdbebengebiet von Hessen einstuft, sondern auch als eines der aktivsten Erdbebengebiete in ganz Deutschland.
 
Mannes verweist in ihrem Schreiben auf die Vielzahl von gemessenen Erdbeben in den letzten Jahren im Landkreis Darmstadt-Dieburg, aber auch auf die Stärke der Beben. 2014 erreichte ein Beben die Stärke von 4,2 auf der Richter-Skala und führte zu zum Teil erheblichen Gebäudeschäden an vielen Häusern in Mühltal. „Wenn Beben eine Stärke von über 4,1 auf der Richterskala erreichen und Risse im Mauerwerk und in den Decken von Häusern verursachen und Kamine zum Einsturz bringen, dann spricht dies dafür, dass diese Region nicht in die Erdbebenzone 1, sondern in die Erdbebenzone 2 eingestuft werden muss. Die Kriterien für die Erdbebenzone 2 sind erfüllt.“ so die Politikerin.
 
„Wir brauchen ein sicheres Endlager. Darauf müssen sich alle verlassen können. Daher muss die Einschätzung bezüglich des Landkreises Darmstadt-Dieburg überprüft werden", so Mannes. Deshalb hat sich Mannes auch ans Helmholtz-Zentrum Potsdam/ Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ gewandt, die für die Eingruppierungen der Orte in die jeweilige Erdbebenzone zuständig sind.
 

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